Aufbau einer Katze -
 

Aufbau einer Katze

Aufbau einer Katze

Katzen – dank Körperbau und Körperfunktionen perfekte Jäger

In 22 Prozent der deutschen Haushalte lebten gemäß Markforschungsinstitut Skopos zufolge im Jahr 2016 13,4 Millionen Katzen. Da ist es im Krankheitsfall der Katzen von Vorteil, wenn ihre Besitzer über ein Minimum an Wissen über ihren Körperaufbau sowie Körperfunktionen verfügen.

 

Katzen Aufbau – ihr Körper allgemein

Katzen sind nicht nur grazile Zehenläufer, sondern auch perfekte Jäger. Sie faszinieren mit ihren harmonischen, kraftvollen Bewegungen und ihren anatomischen Besonderheiten. Der Körperbau der Katzen ist ihren Lebensbedingungen optimal angepasst. Sie haben einen Körperaufbau analog dem der Wirbeltiere. Eingeteilt wird dieser in:

  • Kopf,
  • Hals,
  • Rumpf (Brust, Becken Bauch, Schwanz),
  • Vorhand (Schulter, Vorderbrust, Vorderbeine, Vorderpfoten) und
  • Nachhand (Kreuz, vorderer Beckenrand, Hinterbeine, Hinterpfoten).

 

Katzen Aufbau – das Skelett

Den Rahmen für die Körperform der Katze bildet das stabile, flexible Skelett. Es besteht, je nach Schwanzlänge, aus bis zu 244 Knochen, die untereinander mit Gelenken verbunden sind. Außerdem dienen sie dem Körper als Kalziumreserve, wenn das Mineral nicht ausreichend über die Nahrung aufgenommen werden kann. Gesteuert wird dieser Vorgang über die sich im Hals befindlichen Nebenschilddrüsen. Die leichte und elastische Bauweise des Skeletts ermöglicht die elegante Fortbewegung und Wendigkeit der Tiere. Ihre Wirbelsäule verfügt über 50 bis 53 Wirbel, darunter sieben Halswirbel, 13 Rückenwirbel, sieben Lendenwirbel, drei miteinander verwachsene Kreuzbeinwirbel und je nach Schwanzlänge 20 bis 23 Schwanzwirbel.

Da die Schulterblätter mit der Wirbelsäule durch Muskeln und Bändern verbunden sind, sitzt die Schulter „lose“. Dadurch wird ihre Wendigkeit noch unterstützt. Die Tatsache, dass den Katzen das Schlüsselbein fehlt und nur noch ein kleines Knochenfragment in der Muskulatur eingebettet ist, ermöglicht dem Tier das Passieren von engen Spalten und Räumen. Die Katzen können den Brustkorb so anpassen, dass sie diese problemlos passieren können. Dass lebensnotwendige Organe, wie Herz und Lunge im Brustkorb oder das Gehirn im Kopf, vor äußeren Verletzungen geschützt werden, dafür sorgen 13 Rippenpaare im Rumpf der Tiere und ein starker, nach vorne gerundeter Schädel. Dieser beherbergt neben dem Hirn auch die Augen, Nase und das Gebiss.

 

Katzen Aufbau – das Gebiss

Das Gebiss der Katze ist so ausgelegt, dass sie ihre Nahrung erbeuten kann. Es besteht aus 30 Zähnen, und zwar aus vier Backenzähnen, zehn Vorbackenzähnen, zwölf Schneidezähnen und vier Eckzähnen, auch Fangzähne genannt. Mit den Backen- und Schneidezähnen beißt die Katze ab und mit den Fangzähnen fasst und tötet sie ihre Beute. Mit der Zunge wird das Fleisch vom Knochen gelöst. Auch zur Fellpflege wird sie genutzt. Des Weiteren sind die Zungenwurzel, Zungenspitze und Zungenseiten mit Geschmacksknospen versehen, die diverse Reize wahrnehmen. Der Oberkiefer verfügt über insgesamt 16 Zähne und 14 Zähne befinden sich im Unterkiefer, den die Katzen kaum hin und her bewegen können. Um kauen zu können, dreht die Katze ihren Kopf hin und her. Sie zerkleinern und schlucken das Fleisch, zermalmen können sie es aber nicht. Mithilfe ihrer starken Kaumuskulatur ist das Katzengebiss nicht nur ein effektives Werkzeug, sondern auch eine Waffe.

 

Katzen Aufbau – die Muskulatur

Die Muskulatur ermöglicht die überaus elastische Bewegung der Tiere. Sie bestehen aus sehr vielen verschiedenen Bindegewebstypen, wodurch es zur Bildung von Muskelsträngen oder Muskelfaserbündeln unterschiedlicher Dicke kommt. Diese verschiedenen Zelltypen kontrollieren nicht nur die Länge der Muskelbewegung, sondern auch die Ermüdungsschnelligkeit der Tiere. Sie entscheiden, wann die Kontraktion zur Relaxation erfolgt.

Das komplexe Skelett der Katzen ist mit mehr als 500 Muskeln, die paarweise angeordnet sind, ausgestattet. Sie sind zum einen für die Beugung und zum anderen für die Streckung zuständig. Das heißt, dass der jeweils andere Skelettmuskel nachgeben muss. Wenn sich also ein Muskel zusammenzieht, kann er sich nicht wieder dehnen. Dies muss dann der gegenüberliegende Muskel übernehmen. Beim Laufen und Springen unterstützt sie die starke Muskulatur der Hinterbeine, das Klettern ermöglichen aber die stark entwickelten Muskelstränge der Schultern und des Halses.

Da die Hinterbeine der Tiere länger und kräftiger sind als die Vorderbeine, gelingt ihnen in Verbindung mit der Hinterbein- und Rückenmuskulatur ein kräftiger Absprung. Dabei können sie beim Sprung eine Strecke bis zum Sechsfachen ihrer Körperlänge überwinden. Beim Jagen können sie ohne Weiteres eine Geschwindigkeit von bis zu 48 Kilometern pro Stunde erreichen. Diese Schnelligkeit halten sie jedoch im Gegensatz zu den großen Katzen nur kurz durch.

Für die Balance beim Springen oder Fallen ist der Schwanz mit der Schwanzmuskulatur zuständig. Mit seiner Hilfe ist die Katze in der Lage, während des Falls die Richtung noch zu korrigieren. Für das sanfte Landen sorgt die stark ausgeprägte Muskulatur der Pfoten. Beim Jagen am Boden nutzen die Katzen den Schwanz als Gegengewicht. Sogar das Ausfahren der Krallen wird von einem Muskel-Sehnen-Mechanismus gesteuert. Aber auch glatte Muskeln, die zu inneren Organen gehören, wie der Herzmuskel sind im Körper der Katzen zu finden.

 

Katzen Aufbau – Besonderheiten

Katzen verfügen über Merkmale, die den Menschen faszinieren. Dazu gehören:

  • die grazile Bewegung, die durch die flexible Wirbelsäule ermöglicht wird und der schlanke, sehnige Körper der Tiere;
  • ein ausgeprägter Gleichgewichtssinn, der den Katzen erlaubt, sich im freien Fall über Reflexbewegungen von der Rücken- in die Bauchlage zu drehen sowie mit den Pfoten zu landen;
  • die schalltrichterförmigen Ohren der Katzen, die zu einem ausgeprägten Gehörsinn beitragen. Dank vieler kleiner Muskeln können sie so gestellt werden, dass ein optimales Hören gegeben ist. Die Tiere können Frequenzen bis zu 100 Kilohertz orten, was ihnen bei der Jagd zugutekommt. Auf kleinste Geräusche reagieren Katzen direkt mit Ohrenbewegungen;
  • auch die hoch entwickelten Augen der Samtpfoten machen sie zu einem perfekten Jäger, da sie mit ihnen in der Dunkelheit ebenso gut sehen können wie in der Helligkeit. Sie können die Pupillen in der Dunkelheit so stark weiten, dass das Licht komplett genutzt werden kann. Mit ihren Augen können die Katzen sogar die Farbtöne Blau, Grün und Gelb erkennen. Rottöne nehmen sie als gräulich wahr. Mit diesem Farbsehen können sie in ihrer gewohnten Umgebung problemlos überleben;
  • die Unterstützung des Geruchssinns durch das Nebengeruchsorgan „Jacobsonsches Organ“. Dadurch kann die Katze den Geruch über die Mundhöhle wahrnehmen. In der Dämmerung tritt diese Fähigkeit jedoch hinter die des Hörens und Sehens zurück. Dies stellt einen wichtigen Aspekt für einen Jäger dar;
  • das auf Fleischnahrung spezialisierte Gebiss der Katzen mit ihrer rauen Zunge;
  • der Geschmackssinn der Tiere entspricht den Erfordernissen von Jägern und Beutetierfressern. Durch die Geschmacksknospen an der Zunge, die mit Geschmackshärchen versehen sind, wird eine Futteranalyse an das Gehirn gesandt. Unterscheiden können sie jedoch nur zwischen „salzig“, „sauer“ und „bitter“;
  • ihre Pranken mit sichelförmigen, spitzen Krallen. Elastische Bänder sorgen dafür, dass die Krallen in Ruheposition eingezogen sind und sich in einer Hauttasche befinden. Sie werden bei einem Angriff, beim Klettern oder bei Erregung mithilfe eines Muskelzuges herausgeschnellt. Dank der weich gepolsterten Ballen und Zehen bewegen sich die Katzen, als Zehengänger lautlos;
  • die Tasthaare, mit deren Hilfe sich die Katzen im Dunkeln orientieren. Diese sind zum einen als Schnurrhaare im Bereich der Unter- und Oberlippe und zum anderen über den Augen und an den Unterarmen ausgebildet. Mit den Tasthaaren an den Unterarmen nehmen die Tiere Bodenerschütterungen von eventuellen Beutetieren, aber auch Luftdruck- oder Temperaturveränderungen wahr.

 

Katzen Aufbau – kurze Zusammenfassung

Der Körperbau der Katzen ist mit ihren anatomischen Besonderheiten ideal an ihr Leben angepasst. Sie sind grazile Tiere, die über einen schlanken Körper, einen rundlichen Kopf und Krallen an den Pfoten verfügen. Mit ihren Augen können sie sogar in der Dunkelheit sehen, obwohl diese lichtempfindlich sind. Vor der Helligkeit wird das Auge durch Verengung der Pupille zu einem senkrechten, schmalen Spalt, den typischen Katzenaugen, geschützt. Da Katzen nachtaktiv sind, ist bei ihnen das Gehör ebenfalls gut entwickelt. Für eine gute Orientierung bei Tag und Nacht helfen ihnen ihre langen Schnurrhaare. Dank ihrer Anatomie und ihrer Körperfunktionen sowie des angeborenen Jagdinstinkts haben sich die Samtpfoten zu perfekten Jägern entwickelt. Katzen beim Jagen zu beobachten, ist für den Betrachter sehr interessant, vereinen sich dabei doch Beweglichkeit, Grazie und Geduld.